Die Begrüßung der neuen DAAD-Stipendiaten aus Deutschland fand auch am 11. Mai 2012 wieder traditionell im Rahmen der Veranstaltung „Butterbrot und Bier“ statt. Das Rahmenprogramm „Kunst im DAAD“ mit vom DAAD geförderten jungen deutschen Künstlern stand dabei dieses Mal im Zeichen der Film- und Illustrationskunst.

Internationalität und Kulturaustausch

Zum Auftakt am Nachmittag erhielten die 19 Stipendiaten zuerst umfassende Informationen zu ihrem Stipendium und dem Studium in Japan. Sabine Yokoyama, zuständige Mitarbeiterin der DAAD-Außenstelle Tokyo, freute sich, die „Neulinge“ endlich persönlich kennenzulernen. Wertvolle Informationen gab es auch von drei derzeitigen Stipendiaten, die Tipps aus dem Alltag geben konnten und wussten, wie man am besten die vom DAAD gewünschte „Internationalität“ fördert. „Ihr lernt nicht nur die japanische Kultur kennen, sondern seid auch Aushängeschild für das Bild der Deutschen in Japan“ gab Stipendiat Manuel Kirchhoff den Stipendiaten mit auf den Weg.

Ab 18:00 Uhr erhielten Stipendiaten sowie geladene Gäste dann Gelegenheit, die Arbeiten der ausstellenden Künstler zu erleben. Unter dem Motto „Zusammengewürfelt“ waren verschiedene Designarbeiten aus den Bereichen Illustration, Film, Medien und Games zu sehen. Nach der Begrüßung durch den seit April 2012 an der Außenstelle Tokyo tätigen DAAD-Lektor Dr. Wieland Einsund der Vorstellung der Künstler durch Frau Yokoyama wurde es im Saal mit den etwa 150 anwesenden Gästen still. Stipendiatin Lana Bergmann, derzeit Masterstudentin an der Tama Art University in Tokyo, zeigte ihren Film „25 Jahre Freundschaftskreis Hannover – Hiroshima“.

Die eindrucksvolle Doku über die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Vereins gab einen Einblick in das, worum es auch an diesem Abend ging: Kulturaustausch. „Auch außerhalb Düsseldorfs gibt es mehr Japaner, als man denkt“, bemerkte die Künstlerin. „Und sie praktizieren nicht nur ihre Kultur, sondern geben diese auch gerne weiter.“ Dass auch viele Deutsche Freude an der japanischen Kultur haben, wurde im Film sichtbar. An Kimono-Wettbewerben und japanischen Tänzen erfreuten sich Japaner und Deutsche. Auch das Publikum im Saal war begeistert und spendete kräftig Applaus.

Heimatgefühle bei Graubrot und Bier

Der Kulturaustausch konnte gleich anschließend beim traditionellen „Butterbrot und Bier“-Empfang in die Tat umgesetzt werden. Neben den Neuen waren auch viele ehemalige DAAD- Stipendiaten anwesend, wie auch Vertreter der Deutschen Botschaft und deutscher sowie japanischer Universitäten. Besonderen Zulauf gab es dieses Mal durch eine Reihe japanischer Studenten, die aus Interesse an einem Deutschlandaufenthalt gekommen waren. Nach dem „Kampai“ durch Prof. Dr. Ryuichi Higuchi, Präsident des DAAD Tomo no kai, wurde Sabine Yokoyamas Tipp „Tauschen Sie sich aus“ sofort in die Tat umgesetzt. Das, wie immer, herrlich hergerichtete Buffet mit Brot, Wurst und Käse wurde darüber natürlich auch nicht vergessen. „Ich bin zwar erst einen Monat in Japan, aber mal wieder richtig gutes deutsches Brot ist schon lecker“, freute sich ein Stipendiat.

Nun gab es auch Gelegenheit, die Werke der anderen drei Künstler zu begutachten. Alexander Draude, Forschungsstudent an der Fakultät für Manga an der Kyoto Seika Universität, präsentierte mehrere Werke Ohne Titel. Die interessanten Manga-Illustrationen stellten einen Teil des neuen Projektes dar, an dem der Künstler derzeit arbeitet. MEXT-Stipendiat Benjamin Fitzenreiter, der an der Musashino Art University Tokyo Visuelle Kommunikation studiert, zeigte mehrere Werke, unter anderem Osanshouo 2011 (AT). Der Animationsloop, über einen Monitor dargestellt, enthielt Ausschnitte aus einem aktuellen Animationsprojekt. Daneben konnten außerdem Grafiken bestaunt werden, auf denen die Geschehnisse vom 11. März letzten Jahres im Zusammenhang mit japanischer Mythologie verarbeitet wurden.

Christoph Mille, mit einem MEXT-Stipendium an der Tokyo Geijutsu Daigaku, stellte einen Auszug seiner großflächigen Collage/Illustration vor, an der er zur Zeit arbeitet: ein imposanter Digitaldruck auf einem ein-mal-zwei Meter großen Leinentuch. Auch Lana Bergmann war mit zwei weiteren Werken unter dem Titel „Japanese Character“ vertreten. Die Künstler selbst waren während des gesamten Abends anwesend, um die zahlreichen Fragen der Gäste zu ihren Werken zu beantworten.