„Nach Iwanagahimes Worten ist es ihre Aufgabe, als Göttin dafür zu sorgen, ich zitiere: „dass Ehen nicht wie in meinem Fall unglückliche Beziehungen, sondern vom Glück gesegnete Beziehungen werden.“

Am 9. Mai war es endlich wieder so weit – die beliebte Veranstaltung Butterbrot & Bier erfüllte den Abend im OAG-Haus. Bevor es zum ersten großen Highlight des Abends kam – dem Showact zu Mizu no Onna – begrüßte DAAD-Außenstellenleiter Dr. Holger Finken den deutschen Gesandten Dr. Claus Auer und das Publikum. Neben den neuen Stipendiaten, Kooperationspartnern und deren Angehörigen waren auch ehemalige DAAD-Stipendiaten geladen. Sabine Yokoyama, zuständig für Butterbrot & Bier, erklärte dem gefüllten Saal den Zusammenhang der heutigen Darsteller mit dem DAAD. Das Programm der Veranstaltung wird niemals zufällig gewählt – Darsteller, Veranstalter und Helfer stehen alle in Verbindung zum Deutschen Akademischen Austauschdienst.

Diesen Frühling drehte sich der Abend um die sogenannten „Mizu no Onna“ – die Wasserfrauen. Die tänzerische Aufführung war eine geschichtsreiche Hommage an „Die Wasserfrau“ von Orikuchi Shinobu. Diese handelt von einem alten japanischen Mythos, in dem von Männer betrogene Frauen sich in Schlangengestalten verwandelten, dann in Gewässern ertränkten und somit zu Göttinnen wurden. Künstlerin Makiko Sakurai kreierte ein traditionelles Tanzstück, durchzogen von Motiven der Asuka-Zeit, Nara-Zeit und der Edo-Zeit. Professor Reinold Ophüls-Kashima übersetzte das Stück ins Deutsche. Gemeinsam mit der Tänzerin und Schauspielerin Sula Bade, ebenfalls ehemalige DAAD-Stipendiatin, stellten sie ein Stück auf die Beine, das dem Publikum mehrfach die Augen weitete und ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Da japanische Mythen speziell für die deutschen Gäste eher schwierig zu verstehen sind, wurde das Stück durchgehend von Ruben Kuklinski, ehemaliger DAAD-Stipendiat und jetziger Dozent in Japan, als Erzähler begleitet. Kuklinski erklärte Begriffe wie „Miko“, Mädchen und Frauen, die in shintoistischen Schreinen den Göttern dienen und „Kojiki“, das älteste japanische Geschichtswerk und zugleich das früheste japanische Sprachdenkmal. Somit gelang es den Darstellern, trotz verzwickter Beziehungen und Wendungen, die Mythen verständlich zu veranschaulichen und einen Bezug zu Deutschland herzustellen. Letzteres geschah, indem verschiedenen japanischen Wassergöttinnen wie auf sie zugeschnittene Seen und Bäche in Deutschland vorgeschlagen wurden: „..ein kleiner Bach in der Eifel, der, von den Menschen weitgehend unbeachtet, klar, munter und friedlich vor sich hinfließt. (…) Selbstverständlich gibt es hier auch Schlangen, die Botschafterinnen der Göttin Okami. (…) Ein Ort des absoluten Friedens und der Harmonie.“


Nachdem das etwa 45-minütige Stück sein Ende fand, ging es mit einem Kanpai von Prof. Dr. Peter Baron in den zweiten Teil des Abends über: Butterbrot & Bier. Das namensgebende Buffet war eröffnet – verschiedene deutsche Brote, Wurst, Käse und Gemüseplatten zierten neben einer Auswahl an deutschem Bier das Foyer des OAG-Hauses. In gemütlichem Beisammensein konnten sich nun alle anwesenden, inklusive ehemaliger und aktueller Stipendiaten des DAAD, bis zum Ende der Verstaltung miteinander austauschen und sich die Mägen füllen. In diesem Sinne: Willkommen in Japan, liebe Stipendiaten!

Catrin Greim
Praktikantin
DAAD Tokyo
Mai 2014