Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des 35.Jahrgangs unseres Sprache und Praxis in Japan-Programms besuchten vom 25. bis 28. März japanische Firmen in Kyushu. Der Stipendiat Felix von Helden berichtet von der Exkursion.

Am Montag, den 25.03.2019, ging es um 09:45 mit dem Flugzeug von Tokyo nach Fukuoka, von wo aus wir vier Tage lang den Norden Kyushus erkunden durften. Pünktlich um 12:05 erreichten wir den Flughafen in Fukuoka und brachen mit dem Bus zu unserer ersten Station auf: Shikumi Design. Shikumi Design ist ein Anbieter von Augmented Reality-Software, die in diversen Bereichen wie Werbung und Apps Verwendung findet. Dort erhielten wir nicht nur viele interessante Informationen, sondern hatten auch Gelegenheit in einem interaktiven Museum viele Technologien selbst zu testen. Nach dem Museumsbesuch und einem abschließenden Austausch mit den Vertretern von Shikumi Design ging es mit dem Bus ins Hotel zur Nachtruhe.

 Der Dienstag (26.03.) begann früh, um 7:45 Uhr stand der Bus zur Abfahrt bereit, davor wurde noch gefrühstückt. Der erste Halt des Tages war das Schiffsbauunternehmen Namura Shipbuilding. Namura Shipbuilding baut und wartet diverse Schiffstypen und hat außerdem begonnen die heutzutage wichtigen IT Komponenten für die Schiffsfahrt zu fertigen. Vor Ort erhielten wir anhand von Modellen Einblicke in die Geschichte und Schiffstypen von Namura Shipbuilding. Anschließend wurden wir per Bus über das riesige Gelände gefahren, um einen direkten Eindruck von den wuchtigen Fertigungsanlagen und Technologien im Schiffsbau zu bekommen.

 Von dem Schiffsbauer ging es mit viel Winken weiter in ein traditionell-japanisches Restaurant, in dem wir in reich verzierten Boxen mit Schubladen diverse japanische Köstlichkeiten essen durften. Nach der Stärkung fuhren wir in eine Imari Porzellan-Manufaktur, für welche die Arita-Gegend bekannt ist. Neben den vollendeten, prachtvollen Porzellanstücken erhielten wir auch Einblicke in die Produktionsabläufe und die Geschichte des Familienunternehmens. Erneut mit viel Winken verabschiedeten wir uns von der Porzellanmanufaktur und machten uns auf in das seit 1738 existierende Ohana Ryokan in Yanagawa. Neben abermals vorzüglichem Essen konnten wir hier auch Zimmer mit Tatamimatten, einen traditionellen japanischen Garten sowie Onsen genießen.

 Der Mittwoch (27.03.) startete mit einem japanischen Frühstück und der Abfahrt um 9 Uhr. Vom Ryokan ging es mit dem üblichen Abschiedswinken zu einer Holzmanufaktur im Familienbetrieb, die insbesondere für die langlebigen Tansu-Kommoden aus Paulowniaholz bekannt ist. Dort angekommen, durften wir die fertigen Werke testen, bestaunen und den Meistern in der Werkstatt auf die Finger schauen. Insbesondere die ausgefallene Schubladentechnik der Kommoden stellte uns vor einige Herausforderungen beim Testen der Kommoden, wusste letztendlich aber wie alle Möbelstücke in Design und Handhabung zu begeistern.

Von der Holzmanufaktur ging es über einen kleinen Zwischenstopp zur Stärkung zum Toilettenhersteller Toto. Wie jedem Japaninteressierten bekannt ist, stellt Toto die für Japan typischen Toiletten mit elektronischen Bedienelementen her. Darüber hinaus produziert das seit 1917 existierende Unternehmen aber auch Duschen, Armaturen und Waschbecken. Bei Toto erhielten wir Einblicke in die Geschichte des Unternehmens und dessen Verflechtung mit der Einführung von modernen Sanitäranlagen in Japan. Außerdem wurden wir durch die Fabrikhallen mit den verschiedenen Fertigungsanlagen geführt und durften auch selbst verschiedene Varianten der Toto Toiletten probesitzen. Anschließend hatten wir noch die Gelegenheit in einem Museum Details insbesondere über die Anfänge des Unternehmens zu erfahren.

Toto war die letzte Besichtigung des Mittwochs und nach dem Einchecken ins Hotel und einem japanischen Essen in lockerer Atmosphäre hatten wir Stipendiaten Zeit, die letzten Tage - und Monate - Revue passieren und den Abend ausklingen zu lassen.

Am Donnerstag (28.03.), dem letzten Tag unserer Exkursion, fuhren wir morgens um 9 Uhr zur Fabrik von Nippon Steel and Sumitomo Metal, die Stahl für diverse Fahrzeuge, Gebäude und Infrastruktur nutzbar macht. Nach einer Einführung zur Geschichte, Bedeutung und zu den Produktionsverfahren von Nippon Steel and Sumitomo Metal fuhren wir mit dem Bus über das weitläufige Gelände und hatte auch die Gelegenheit den eindrucksvollen Hochofen zu besichtigen. Von Nippon Steel and Sumitomo Metal fuhren wir mit abschließendem Winken zur Endstation unserer Exkursion, dem Bahnhof in Kokura. Von dort ging es für einen Teil von uns zurück nach Tokyo, andere nutzten die übrigen freien Tage noch für eigene Erkundungen in Kyushu.

 Unser Dank gilt dem DAAD, Frau Kawamura und Frau Dr. Sato-Prinz für die hervorragende Organisation der Exkursion inklusive der Auswahl interessanter Firmen und Unterkünfte. Ebenso gilt unser Dank den Firmen, die uns Einblicke in ihr tägliches Geschäft und Produktionsstätten gewährt haben.