Auch der Beginn der Regenzeit konnte zahlreiche deutsche und japanische Kolleg*innen nicht davon abhalten, sich über ein verlängertes Wochenende hinweg intensiv mit dem DAAD-Projekt Dhoch3 und der Ausbildung von Deutschlehrenden zu beschäftigen. Die DAAD–Veranstaltungen zu diesen Themen fanden im Rahmen der Frühlingstagung 2019 der Japanischen Gesellschaft für Germanistik statt.

Am 7. Juni 2019 fand das traditionelle Frühjahrstreffen der DAAD-Ortslektor*innen an der Gakushuin-Universität in Tokyo statt. Im Fokus des diesjährigen Treffens stand die Frage nach der Ausbildung der Deutschlehrenden in Japan und Ostasien. Unter den 37 Teilnehmenden waren mit Herrn Professor Dietmar Rösler von der Universität Gießen und Herrn Professor Hermann Funk von der Universität Jena auch zwei der Autoren von Dhoch3 vertreten. Dhoch3 ist eine webbasierte Plattform mit Studienmodulen für die akademische Ausbildung von Deutschlehrenden weltweit.

Nach einer kurzen Vorstellung von Dhoch3 gaben unter anderem aus den ostasiatischen Nachbarländern angereiste Gäste Einblicke in die Ausbildung für Deutschlehrende in Japan, China, Taiwan und Korea. Wie das Programm im ostasiatischen Raum Fuß fassen kann, wo es in den meisten Fällen kein standardisiertes Ausbildungssystem für Deutschlehrende gibt, war die leitende Frage der anschließenden Podiumsdiskussion. Schnell wurde deutlich, dass die Potenziale von Dhoch3 in seiner modularen Struktur liegen könnten, die einen selektiven Einsatz erlauben, sowie in der außercurricularen Aus- und Weiterbildung. Besonders der Schritt von der theoretischen Idee des Einsatzes in die tatsächliche Praxis vor Ort, stellte sich in der Diskussion jedoch als Herausforderung dar, für die sich die Diskutant*innen ein tutoriertes Schulungsangebot wünschen. Dabei könnte den Ortslektor*innen eine Schlüsselrolle als Vermittler*innen zukommen, die jedoch nur in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Kolleg*innen effektiv und nachhaltig wahrgenommen werden könne. Durch seine absichtliche Unabgeschlossenheit bietet Dhoch3 Möglichkeiten zur Adaptierbarkeit an regionale Besonderheiten, wie sie in den vertretenen Ländern etwa mit Blick auf die Prüfungszentriertheit der Lehr- und Lernmethoden durchaus zu finden sind.

Den Themen Dhoch3 und Deutsch als Fremdsprache als Wissenschaft widmeten sich auch der Plenarvortrag von Herrn Professor Dietmar Rösler sowie eine Projektpräsentation im Rahmen der JGG-Frühjahrstagung, bevor die Arbeit mit Dhoch3 dann in zwei Workshops konkret wurde, die die z.b.V.-Lektorin gemeinsam mit Frau Professor Makiko Hoshii (Waseda-Universität) organisiert hatte. In den Workshops, die Frau Julia Weber, DAAD-Lektorin für Lehrerfortbildung an der Tongji-Universität in Shanghai, leitete und an denen insgesamt knapp 30 Personen teilnahmen, wurden unter anderem die Funktionalitäten und die Anwendungsmöglichkeiten der Online-Lehr- und Lernplattform interaktiv vorgestellt und ausprobiert. Eine kleine Gruppe von Nachwuchswissenschaftler*innen nutze ferner die Gelegenheit, über ihre eigenen Unterrichtserfahrungen zu reflektieren und darüber, wie Forschung rund um Fremdsprachenlehr- und -lernprozesse dazu beitragen könnte, die eigene Lehre zu verbessern.

Selbst ein langes Wochenende reicht natürlich nicht aus, um alle Möglichkeiten vorzustellen, die Dhoch3 bietet. Wir hoffen deshalb, mit den Veranstaltungen Impulse gesetzt zu haben, die dazu ermuntern, Dhoch3 auch im Alltag einer japanischen oder ostasiatischen Hochschule als Wissens-, Lehr- und Lernplattform weiter zu nutzen.

Sie haben Fragen rund um Dhoch3 in Japan? Wenden Sie sich gern an unsere z.b.V.-Lektorin.

Text: Kristina Kotenkova, Paulina Schilling & Manuela Sato-Prinz