Vom 2.–4. Oktober 2020 organisierte die Außenstelle ein Fachseminar zum Thema „Virtueller Austausch und Telekollaboration im universitären DaF-Unterricht“ für Hochschuldozent*innen.

Nicht erst seit der Covid-19-Pandemie sind virtuelle Formen der Zusammenarbeit im Fremdsprachenunterricht ein Thema. Seit mehr als zwanzig Jahren nutzen Dozent*innen Formen der Telekollaboration wie Videokonferenzen als didaktisches Werkzeug im Deutschunterricht an japanischen Universitäten. Im Lauf der Zeit haben sich verschiedene Formate herausgebildet, die je nach Zielsetzung und institutionellen Gegebenheiten unterschiedlich ausfallen. Bei allen Projekten werden Vorteile sichtbar, die Telekollaboration im Allgemeinen und virtueller Austausch im Speziellen im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) bieten. Ein besonderer Vorteil ist, dass authentische Kommunikationssituationen geschaffen werden können, wie sie in den üblichen Unterrichtsformaten nur schwer umsetzbar sind.

Das Programm des pandemiebedingt online stattfindenden Seminars bot eine einwöchige On-demand-Phase, in der in insgesamt zwölf Video-Vorträgen verschiedene Videokonferenz-Modelle und Tools zur virtuellen Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen Potenzialen und Herausforderungen sowie ihrer didaktischen und curricularen Einbettung vorgestellt wurden. An den drei Live-Seminartagen lag der Fokus dann auf Diskussion, Fragemöglichkeiten und kollegialem Austausch. Das Seminar schloss mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Virtueller Austausch und die Zukunft des Deutschlernens im digitalen Zeitalter – Chancen und Herausforderungen“. Deutlich wurde dabei vor allem der Wunsch nach Stärkung (und teilweiser Wiederbelebung) von Telekollaborationsprojekten im ostasiatischen Raum, die nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die gegenseitige Verständigung zwischen Studierenden der Nachbarländer fördern können. Eine entsprechende Arbeitsgruppe soll aus der Veranstaltung hervorgehen.

Das Fachseminar wurde gemeinschaftlich mit den Hochschuldozent*innen Herrn Andreas Riessland (Nanzan University), Herrn Andreas Meyer (Keio University) und Frau Eva Wölbling (Tokai University) organisiert und war Teil des Fortbildungsangebots im DAAD-Ortslektorenprogramm in Japan. Das Ortslektorenprogramm richtet sich an muttersprachliche Lehrkräfte im Bereich Deutsch/Germanistik/Deutschlandstudien an Japans Hochschulen. Weitere Informationen zum Programm und zur kostenfreien Teilnahme finden Sie hier.

Text: Manuela Sato-Prinz

Bild: Abschluss-Gruppenfoto am letzten Seminartag des DAAD-Fachseminars 2020