Dass deutsche Sprachkenntnisse für den Eintritt in ein deutsches Unternehmen keine ausschlaggebende Schlüsselkompetenz mehr sind, war wohl auch für die Teilnehmenden des fünften Dialogforums Wissenschaft-Wirtschaft am 11./12. Juni 2021 keine Überraschung. Womit können Graduierte germanistischer Studienrichtungen beim Firmeneinstieg dann punkten und worauf sollten sie während ihres Studiums Wert legen? Diese und andere Fragen standen im Fokus des Dialogforums Wissenschaft-Wirtschaft, das in diesem Jahr erstmals als Online-Veranstaltung stattfand.

Auch das Format des Dialogforums war in diesem Jahr anders. So läutete ein Gespräch mit fünf jungen Graduierten der Deutschlandstudien am 11. Juni die Veranstaltung ein. Das Gespräch wurde vom Präsidenten des Verbandes der Deutschlehrenden in Japan, Herrn Prof. Dr. Tatsuya Ohta von der Nanzan University in Nagoya, moderiert. Die Podiumsteilnehmenden diskutierten über die vorab und live gestellten Fragen der Studierenden, die sich rund um den Firmeneinstieg und den Arbeitsalltag in einem deutschen Unternehmen drehten. Einige Graduierte teilten dabei auch ihre Erfahrungen während ihrer Studienzeit in Bezug auf das Deutschlernen oder Auslandssemester an deutschen Universitäten. Am 12. Juni folgte die traditionelle Firmen-Podiumsdiskussion, geleitet durch Frau Prof. Dr. Mechthild Duppel, Sophia University in Tokyo. Die Repräsentantinnen und Repräsentanten der Unternehmen Audi, Bosch, DHL, Kühne+Nagel, thyssenkrupp und TRUMPF sowie der AHK Japan diskutierten über den Berufseinstieg und gingen dabei ebenfalls auf Fragen der teilnehmenden Studierenden ein. Nach der Podiumsdiskussion ging der Dialog weiter – und zwar in virtuellen Breakout-Räumen, in denen sieben weitere Unternehmen und Institutionen sowie der DAAD repräsentiert waren.

Was aber ist es nun, das Graduierte germanistischer Fächer auszeichnet? Den Teilnehmenden der Podiumsdiskussion zufolge seien besonders Kompetenzen wie das (inter-)kulturelle Verständnis für die deutsch geprägten Mitarbeitenden und die Fähigkeit, zwischen dem Unternehmen und der japanischen Kundenschaft kompetent vermitteln zu können, entscheidend. Das allein reiche jedoch nicht: So empfahlen die Podiumsteilnehmenden den Studierenden, insbesondere die englische Sprache nicht außer Acht zu lassen; sie nehme neben der japanischen Sprache den Großteil der Kommunikation in den Unternehmen ein. Wichtiger als allein die Sprachkenntnisse sei es jedoch, Eigeninitiative, Flexibilität und Mut zur Übernahme von Verantwortung zu zeigen. Hierzu gehöre auch, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen und bereits während der Studienzeit möglichst vielfältige Erfahrungen zu sammeln, etwa durch Praktika oder Studienaufenthalte im Ausland.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung zeichnete sich angesichts der über 550 Anmeldungen ein sehr hohes Interesse an der diesjährigen Veranstaltung ab, die dank des Online-Formats die Teilnahme aus allen Landesteilen Japans erlaubte. Am ersten Veranstaltungstag waren schließlich 368 Teilnehmende zugeschaltet, am zweiten 253. Jeweils etwa die Hälfte der Teilnehmenden gab an, von außerhalb des Großraums Kanto teilgenommen zu haben.

Auch in diesem Jahr wurde das Dialogforum gemeinschaftlich mit der Deutschen Botschaft Tokyo, dem Generalkonsulat Osaka-Kobe, der Japanischen Gesellschaft für Germanistik und dem Verband der Deutschlehrenden in Japan veranstaltet. Unterstützt wurde es ferner durch die AHK Japan und das Goethe-Institut Tokyo.

Foto1: Junge Graduierte der Deutschlandstudien sprechen über ihren Karriereweg in ein deutsches Unternehmen in Japan

Foto2: Repräsentantinnen und Repräsentanten deutscher Unternehmen in Japan diskutieren Fragen der Studierenden