Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert seit 1999 weltweit den Aufbau von Zentren für Deutschland-und Europa-Studien. Seit 2000 besteht eine solche Einrichtung als Teil des Insitute for Advanced Global Studies auch an der Universität Tokyo.

Studierende und Wissenschaftler beschäftigen sich am Zentrum für Deutschland- und Europa-Studien in Komaba (DESK) vom Masterstudium bis zur Promotion mit der Politik und Gesellschaft Europas und Deutschlands.

Studieren am Zentrum für Deutschland- und Europa-Studien in Komaba

Hauptarbeit des Zentrums ist die Koordination und Durchführung des Masterstudiengangs „European Studies Program (ESP)“, in welchem Studierende unter anderem in den Bereichen Politikanalyse, Integrationsgeschichte und Kulturanalyse Europas ausgebildet werden. „Am DESK wollen wir junge Europa-Experten ausbilden, die vor dem Hintergrund kultureller und politischer Gegebenheiten globale Fragen lösen können“, erklärt der Geschäftsführer des Zentrums Prof. Dr. Hideto Hiramatsu. Im Rahmen des Studiums sind Aufenthalte an europäischen Universitäten möglich. In Deutschland bestehen zum Beispiel Partnerschaften mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin sowie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Das Erlernen der deutschen Sprache hat für Prof. Hiramatsu einen besonders hohen Stellenwert: „Um soziale und politisch Prozesse innerhalb eines Landes richtig verstehen zu können, sind Sprachkenntnisse essentiell.“

Weltweite Vernetzung

Die verschiedenen DAAD-Zentren sind weltweit miteinander vernetzt und tauschen sich beispielsweise auf gemeinsamen Fachkonferenzen aus. Dazu gehört auch die Ostasiatische DAAD-Zentrenkonferenz. „Insbesondere die Vernetzung mit Universitäten in Ostasien ist uns wichtig. Die Ostasiatische Zentrenkonferenz bietet die Möglichkeit, weiterführende Kooperationen mit Partnern aus der Region anzustoßen und das gegenseitige Verständnis zu fördern“, sagt Prof. Hiramatsu. Bereits heute arbeitet das Zentrum in Tokyo erfolgreich mit dem Zentrum für Deutschlandstudien (ZDS) der Universität Peking sowie dem Zentrum für Deutschland- und Europastudien (ZeDES) der Chung-Ang-Universität Korea zusammen.

Darüber hinaus strebt Hiramatsu weitere Partnerschaften auch außerhalb Asiens an. Zusammen mit weiteren Partnern richtet das DESK schon heute verschiedene Veranstaltungen in Europa aus und koordiniert in Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Beispiel das Internationale Graduiertenkolleg (IGK).

Anbahnung der Kooperation mit dem DAAD

Die Errichtung eines solchen Zentrums erfordert eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Partner sowie die Anpassung des Förderprogramms an Gegebenheiten vor Ort. Aus diesem Grund nehmen Projekte wie dieses in der Regel einige Zeit und Mühe in Anspruch. „Die Vorbereitungen für das Zentrum, die Koordination des Masterstudiengangs sowie die Abstimmungen zwischen Deutschland und Japan haben länger als ein Jahr gedauert“, blickt Prof. Hiramatsu zurück. Doch die Arbeit hat sich gelohnt: „Das Zentrum für Deutschland- und Europa-Studien fördert als Brücke zwischen Europa und Asien den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch und ist somit in Japan eine einzigartige Einrichtung.“