Am 09.11.2019 fand an der Sophia-Universität in Tokyo das vierte „Dialogforum Wissenschaft – Wirtschaft“ mit über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Die Veranstaltung thematisierte in drei verschiedenen Formaten, wie sich in Japan eine berufliche Zukunft mit Deutschlandbezug realisieren lässt. Zielgruppe waren Studierende und junge Graduierte, die in Japan ein Studium mit Deutschlandbezug absolvieren oder Deutsch als zweite Fremdsprache erlernen.

Die DAAD Außenstelle Tokyo organisierte das Dialogforum zusammen mit der Sophia-Universität, der Deutschen Botschaft Tokyo, der Japanischen Gesellschaft für Germanistik (JGG), der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) und dem Goethe-Institut Tokyo. Insgesamt zehn deutsche Unternehmen mit einer Japanrepräsentanz nahmen an der Veranstaltung teil.

Im ersten Teil stellten sich die anwesenden deutschen Unternehmen den Teilnehmen­den als potenzielle Arbeitgeber vor. Dabei wurden neben allgemeinen Informationen zu den Unternehmen auch Beispiele zu möglichen Karrierewegen präsentiert. Den zweiten Teil – das Kernstück der Veranstaltung – bildete eine einstündige Podiumsdiskussion mit Repräsentant*innen der Unternehmen und zwei Alumni japanischer Universitäten, die heute in deutschen Firmen in Japan arbeiten. Hierbei wurde auf zuvor online eingereichte Fragen der Studierenden eingegangen: Von Voraussetzungen für die Einstellung (absolvierter Studiengang, Sprachkenntnissen etc.), über Vorteile deutscher im Vergleich zu japanischen Unternehmen, bis hin zu spezifischen Informationen über die Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden und/oder Praktikant*innen wurden die unterschiedlichsten Themen diskutiert. Abschließend gaben die Firmenrepräsentant*innen Tipps zum Thema Berufsorientierung,-einstieg und Bewerbung, wobei auch die ein oder andere Lebensweisheit mit den Studierenden im Publikum geteilt wurde. Den letzten Teil der Veranstaltung bildete eine „Company Fair“, bei der sich die Unternehmen an Infoständen präsentierten und den Studierenden in kleinen Gruppen oder in Einzelgesprächen Rede und Antwort standen. 

Ein Ergebnis der Diskussion war, dass Deutschkenntnisse in der japanisch-deutschen Arbeitswelt zwar Vorteile bringen, aber nicht einziges qualifizierendes Merkmal eines Bewerbers oder einer Bewerberin sein sollten. Wer in einem deutschen, und damit meist internationalen, Unternehmen in Japan arbeiten will, muss Englisch können, eine hohe Motivation sowie Bereitschaft zur Mobilität mitbringen und über interkulturelle Kompetenzen verfügen, möglichst erlangt durch eine längere Auslandserfahrung wie ein Auslandsstudium. Zudem müssen sich erfolgreiche Bewerber*innen von der Masse abheben, was bei entsprechender Profilbildung auch eine besondere Chance für Absolvent*innen deutschlandbezogener Studiengänge darstellen könnte. Zum Einstieg gibt es vielseitige Möglichkeiten. Ein Praktikum, vorzugsweise über mehrere Monate, ist in vielen Fällen nach wie vor hilfreich.

Es zeigte sich aber auch, dass der Bedarf an gegenseitigem Austausch zwischen Unternehmen und Studierenden noch lange nicht gedeckt ist. Wie ist es sonst zu erklären, dass trotz des augenscheinlich großen Interesses japanischer Studierender viele deutsche Unternehmen im japanischen Kontext Schwierigkeiten haben, qualifizierte neue Mitarbeitende für sich zu gewinnen? Wir hoffen wir, dass das Dialogforum Wissenschaft – Wirtschaft 2019 dazu beitragen konnte, Informationslücken zu schließen, Kontakte zu knüpfen und Perspektiven für eine berufliche Zukunft nach einem Studium mit Deutschlandbezug aufzuzeigen.

Text: Tracy Buchmann